Köbes Underground begeistert das Publikum
Im Worringer Vereinshaus wurde die Karnevalssession eröffnet
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Köbes Underground hat Kultpotential. Seit über 20 Jahren ist die zehnköpfige Band, deren Sound Bigband-Qualität hat, fester Bestandteil der Stunksitzung. Am Freitag war sie zum zweiten Mal in Worringen zu Gast und sorgte im gut besuchten Vereinshaus für Stimmung. Sänger Ecki Pieper klärte das Publikum zunächst über das Programm auf. Für den ersten Teil kündigte er zahlreiche Kostümwechsel an, die dann im zweiten Teil nicht mehr so oft vorkämen. Im fliegenden Wechsel sah man die Musiker dann mal als FC-Spieler, als Pilzköpfe, als Bofrostmann und in anderen originellen Verkleidungen. Die Band covert bekannte Songs und versieht sie mit eigenen Texten. Und diese Texte haben es in sich. Sie sind witzig, pointiert und oft zweideutig. Dabei ist der Band nichts heilig: Ob Karneval, Politik, die Liebe oder der FC, alles wird parodiert und karikiert.

Die gecoverten Lieder waren durchweg Ohrwürmer mit hohem Wiedererkennungswert. Aber bei Köbes Underground wurde aus „We don’t speak amerikano“ ein Wunsch für den FC „Spielen wie die Brasilianer“, aus „Senza una donna“ die Korrektur eines Liebesbriefes „Da fehlt ein Komma“ und aus „Volare“ der Hilferuf eines unrasierten Mannes „Voll Haare“. In der Biologiestunde am Daniel-Kübelböck-Gymnasium wurde aus „Love is in the air“ der vom Publikum begeistert mitgesungene Hit „Der Geschlechtsverkehr“. Note: Befriedigend für alle! Musikalischer Höhepunkt war der Auftritt von Köbes Underground als Tambourcorps mit einem Hit von Lady Gaga (allen Tambourcorps zur Nachahmung empfohlen) und das Solo der Flötistin Tanja Svenoha aus dem Stück „Lokomotive Breath“ von Jethro Tull.

Der Höhepunkt jeder guten Sitzung ist natürlich der Besuch des Dreigestirns, so auch bei Köbes Underground. Und da die drei einmal da waren, haben sie kurzerhand die Session eröffnet. Ärger mit dem Festkomitee nehmen sie da gern in Kauf, denn wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.


Zum Schluss erklärte Ecki Pieper noch, wie es zu dem Bandnamen kam. Bei einem gemütlichen Abend im Brauhaus Päffgen fügte sich alles zusammen: Nico Päffgen war Sängerin von Velvet Underground und zeichnete sich vor allem durch das Nichttragen von Unterwäsche aus. Ein ideales Vorbild für den Namen Underground. Und im Brauhaus trifft man unweigerlich auf Köbesse, die letzten „Nicht-Arschkriecher“ in unserem Land, ebenfalls ideale Vorbilder. Und so wurde aus „The Dead Lambsdorffs“, „Schwester Christa und die Brinkmänner“ und „Elmar goes to Lüdenscheid“ schließlich „Köbes Underground“.

Das Publikum im Vereinshaus war begeistert und lies die Band nicht ohne mehrere Zugaben von der Bühne. Viele nahmen die letzte Zugabe „Na na na na“ (in fünf verschiedenen Versionen) als Ohrwurm mit nach Hause und die Hoffnung, dass Köbes Underground auch in zwei Jahren wieder in Worringen auftritt.


WorringenPur.de/04.10.2011
Bericht und Fotos: Monika Zimmermann
Redakt. & digit. Bearbeitung:
Heike Matschkowski