Chempark investierte 465 Millionen Euro
Fotos zum Vergrößern!

Dormagen
217 Millionen Euro für Neuinvestitionen und Kapazitätserweiterungen, 248 Millionen Euro für Instandhaltungen, 10.488 Mitarbeiter, davon 6.973 in der Stammbelegschaft - das sind die Kennzahlen des Jahres 2016 im Chempark Dormagen, so Chempark-Leiter Dr. Ernst Grigat beim


    Chempark-Leiter Dr. Ernst Grigat. Quelle: Currenta

Frühjahrspressegespräch in den Räumen von Arlanxeo.

In dessen Technikum im Chempark stellten als Gastgeber und Co der Deutschland-Geschäftsführer Stefan Rittmann und Verkaufsleiter Matthias Gotta das noch junge Unternehmen vor. Lanxess und Saudi Aramco hatten am 1. April 2016 das Joint Venture für synthetischen Kautschuk mit Unternehmenssitz im niederländischen Maastricht gestartet. Arlanxeo nannte Grigat als ein Beispiel für den zukunftsweisenden Standort Dormagen.

 „Wir sehen hier einen kerngesunden Standort, der sehr solide wächst. Nicht umsonst ist er das Zuhause für 38 Unternehmen aus der chemischen Industrie und chemienahe Dienstleister. Den jüngsten Zuwachs konnten wir erst in diesen Tagen begrüßen.“
Dabei handelt es sich um die Sidra Wasserchemie GmbH. Der Spezialist für flüssige Fällungschemikalien, insbesondere Eisen-III-Chlorid-Lösungen, beliefert die Bayer-Division Crop Science. Grund für die Ansiedlung sind die Nähe zum Kunden und die passgenaue Fügung in den Produktions- und Verarbeitungsverbund des Chempark. Sidra betreibt bereits Standorte am Stammsitz Ibbenbüren und in Bitterfeld sowie in Belgien. Der Betrieb im Chempark Dormagen wird im Sommer 2017 starten. Dafür investiert das Unternehmen rund 2,5 Millionen Euro.


Kohlendioxid als neuer Rohstoff: In dieser Produktionsanlage in Dormagen baut Covestro jetzt 20 Prozent CO2 in eine wichtige Schaumstoff-Komponente ein. Quelle: Covestro

„Die beständige Entwicklung zeigt sich vor allem nach dem Abschluss einiger Großprojekte der vergangenen Jahre“, Zwar liegen die Neuinvestitionen 2016 mit 217 Millionen Euro unter den 271 Millionen Euro des Jahres 2015, als beispielsweise die TDI-Anlage von Covestro und der Steam Reformer von Air Liquide starteten.

Dafür gaben die Chempark-Unternehmen 2016 mit 248 Millionen Euro für


Der Steam Reformer, der 2015 anlief, verzeichnete in seinem zweiten Betriebsjahr eine Verfügbarkeit von rund 98 Prozent. Quelle: Air Liquide

Instandhaltungen 67 Millionen Euro mehr aus als im Vorjahr. Die Gesamtzahl der im Werk Beschäftigten bleibt mit rund 10.500 ebenso wie die Zahl der fest Beschäftigten bei den Chempark-Unternehmen mit knapp 7.000 etwa gleich. Mit 501 Auszubildenden ist man auch der größte Ausbildungsbetrieb im Rhein-Kreis Neuss. Das Dormagener Werk am Rhein bleibt 2016 einer der größten Arbeitgeber in der Region. Davon profitiert nicht nur Dormagen, sondern die ganze Region – das Jahres-Nettoeinkommen aller Beschäftigten entspricht einer Kaufkraft von rund 300 Millionen Euro.
Explizit warb Grigat an dieser Stelle auch für den Beruf des Chemikanten, "Für junge Leute mit technischem Interesse ein hoch interessanter Beruf mit viel Verantwortung."
„Jetzt fahren die Unternehmen die Ernte der Großinvestitionen ein, die neuen Anlagen verdienen ihr Geld, die Belegschaft ist konstant – der Chempark arbeitet unaufgeregt und solide“, so dessen Leiter. Die Investitionskosten – die Summe aus Neuinvestitionen und Instandhaltung – liegen mit 465 Millionen Euro 2016 etwa auf Vorjahresniveau.

Mit Blick in die Zukunft betonte Grigat aber, dass weitere langfristig angelegte Investitionen im Chempark keine Selbstläufer seien.
Kritisch sieht man, so der Chempark-Leiter in Richtung Politik, die unklaren Perspektiven für neue Projekte mit industrieller Nutzung von Strom und Dampf. Im Alltag sichtbarer aber seien die Probleme, die sich aus der dringend notwendigen Instandhaltung öffentlicher Verkehrswege ergeben. „Eine intakte und leistungsfähige Infrastruktur ist wichtig für die Industrie hier im Land – für die Chempark-Standorte hat sie sogar existenzielle Bedeutung. Dies gilt insbesondere für die Autobahn-Situation im westlichen NRW“, so Grigat. „Ersatzbauwerke für die Rheinbrücken der A 1 und der A 40, der Ausbau der A 57 sowie der Neubau einer Rheinquerung bei Köln-Godorf erlauben keine Verzögerung mehr.
Es ist entscheidend, dass die bereits bereitgestellten Milliarden des Bundesverkehrswegeplans mit Hochdruck ‚auf die Straße‘ gebracht


Alter und neuer Chempark-Leiter: Dr. Ernst Grigat (l.) und Lars Friedrich, Quelle: Currenta

werden. Andernfalls könnte das ansonsten positive Image unseres Landes und das Investitionsklima für die heimische chemische Industrie auf Dauer Schaden nehmen.“

Grigat nutzte das Gespräch außerdem, seinen Nachfolger vorzustellen. Zum 1. April 2017 übernimmt


Das Jubiläumslogo „100 Jahre Werk am Rhein Dormagen“. Quelle: Currenta

Lars Friedrich (44) die Funktion des Chempark-Leiters.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass der CHEMPARK Geburtstag feiert. Oder besser: Geburtsjahr. Denn einen einzigen Tag auszumachen, an dem es in dem Werk am Rhein losging, fällt schwer. Bereits 1913 kauften die Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. in Dormagen und im Kölner Norden große Flächen – noch mit anderen Plänen für das Areal. Im September 1916 fiel die Entscheidung für das, was später als Bayerwerk, als "Faserspinne vom Niederrhein „und heute als CHEMPARK weltbekannt wurde. Fixpunkt für das Jubiläumsjahr ist der Produktionsstart der Schwefelsäurefabrik am 25. August 1917.



Hier die wichtigsten Termine im Überblick

  • 30.06.2017  Im Rahmen der Aktionswoche der Lokalen Allianz "Dormagen unternimmt was - Dormagener Unternehmen packen an" stellt der CHEMPARK seinen Beitrag zur Verschönerung der Stadt vor.
  • 25.08.2017  Zum 100. Jahrestag des Produktionsstarts der Schwefelsäurefabrik lädt das Nachbarschaftsbüro CHEMPUNKT alle Bürgerinnen und Bürger zu Kaffee und Kuchen ein.
  • 30.09.2017  Modenschau des CHEMPARK beim Bühnenprogramm des Dormagener Michaelismarkt
  • jeden zweiten Samstag im Monat 
    Werksrundfahrten finden an jedem zweiten Samstag im Monat statt. Weitere Informationen finden Sie hier - eine Anmeldung ist erforderlich.
  • Termin folgt. Bayer CropScience informiert über Weinanbau als Anwendungsgebiet moderner Agrochemie
  • Termin folgt. Kunststoffspezialist Covestro zeigt Sportgeräte und Alltagsgegenstände, die dank Dormagener Materialien leichter und widerstandsfähiger werden.
     

WorringenPur.de/27.03.2017
Bericht: Dietmar Knüppel
Fotos: Currenta, Chempark Dormagen
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski