Ehrenamtstag in Köln – wieder ein Worringer Preisträger
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Um eine Wertschätzung seitens der Stadt Köln brauchen sich Kölner Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler keine Sorgen zu machen. Immerhin gibt es einen jährlich ganztägig veranstalteten Ehrenamtstag. Ein ganz besonderes Ereignis ist dabei die Ehrung der EhrenamtlerInnen, die sich in besonderem Maße mit ihrem Engagement hervorgetan haben – und die dafür von einer Jury mit dem Kölner Ehrenamtspreis geehrt werden. Diesjähriger Ehrenamts-Pate und Mitglied der unabhängigen Jury war der Fernseh-Sportjournalist Matthias Opdenhövel. Aus insgesamt 132 Vorschlägen wurden 11 Preisträger ermittelt.

Im letzten Jahr gehörte das NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen gemeinsam mit allen anderen Kölner Hilfsorganisationen zu den Preisträgern. In 2017 wurde erneut ein Worringer Bürger für sein

ehrenamtliches Engagement geehrt. Wolfgang Steves – im Übrigen auch im NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen engagiert – erhielt dieses Mal einen Einzelpreis auf Vorschlag von Veronika Szemes. Sie ist Mitglied der Selbsthilfegruppe „Hirnverletzungen“, um die sich Wolfgang Steves seit 14 Jahren organisatorisch kümmert. Bescheiden sagt Wolfgang Steves dazu: “Jeder von uns verdient einen Preis“. Denn die Selbsthilfegruppe besteht aus Menschen, die durch Unfall oder Schlaganfall eine Hirnverletzung erlitten haben. Das bedeutete für viele, dass sie nach diesem Schicksalsschlag ihr Leben neu ordnen mussten, eine besondere Herausforderung, da das für Planung und Handlung zuständige Organ durch den Vorfall selbst geschädigt wurde.

Wolfgang Steves, der vor einiger Zeit selbst einen Schlaganfall erlitten hat, gründete und begleitet die Selbsthilfegruppe. „Bei den Treffen können wir über unseren neuen Alltag mit Hirnverletzung reden und das tut so gut!“, sagt Veronika Szemes. Die Gruppe ist vernetzt mit Fachdiensten der neurologischen Rehabilitation www.neuro-netz.info. Durchgeführt werden Hilfsangebote zur Alltagsunterstützung ("Kommunikationstraining: Arzt-Patient", Info-Veranstaltungen zum Sozialrecht und Veränderungen in der Behindertenhilfe). Gemeinsam organisiert die Gruppe Ausflüge, Museums- oder Kinobesuche, Stammtisch. Menschen mit den unterschiedlichsten Hirnverletzungen kommen bei den Treffen zum Erfahrungsaustausch zusammen und um als Experten in eigener Sache Öffentlichkeit herzustellen, sowie zur Kommunikation bestehender und notwendiger Hilfsangebote. Eine Betroffene entwarf einen Button, den man sich anstecken kann als Signal für den Fall, dass man einmal Hilfe benötigt. Wolfgang Steves fasst seine Erfahrungen in folgendem Satz zusammen: “Die Ärzte sagten damals: "Selbsthilfe von Menschen mit Hirnschädigungen ist wegen Art und Ausmaß verschiedener Beeinträchtigungen nicht möglich!"… - seit 14 Jahren zeigen wir, dass es funktioniert!“.


Die Ehrung aller Preisträger – vier Einzelpersonen, drei Gruppen, zwei Schulen und ein Unternehmen sowie einer Sonderpreisträgerin für ehrenamtliches Engagement im Sport - wurde von Oberbürgermeisterin Henriette Reker, dem Ehrenamts-Paten Mathias Opdenhövel sowie den Stellvertretern der OB im historischen Kölner Rathaus vorgenommen. Höhepunkt waren jeweils die Übergabe eines Schecks und der Ehrenurkunde sowie die Eintragung ins Gästebuch der Stadt Köln.

Seine Fortsetzung fand der Ehrenamtstag auf dem Heumarkt durch die öffentliche Ehrung der Preisträgerinnen und Preisträger. Der Heumarkt war gut bestückt mit Ständen, an denen man sich ein Bild machen konnte von der Vielzahl ehrenamtlicher Organisationen in Köln.


WorringenPur.de/16.09.2017
Bericht & Fotos: Hans-Bernd Nolden
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski