Brisante Fakten:
Sozialdezernat empfängt NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen &
 Bürgervereine aus Roggendorf/Thenhoven & Worringen

Besprechung zu Flüchtlingen, zum Bahnhof Worringen und
zum Schützenfest Roggendorf/Thenhoven

Kölner Stadthaus
Eine nicht unwesentliche Fuhre brisanter Fakten konnte in diesen Tagen im Sozialdezernat von Dr. Harald Rau abgeladen werden. Eine Delegation aus den Bürgervereinen Worringen (Kaspar Dick, Paul-Reiner Weissenberg) und Roggendorf/Thenhoven (Daniel Esch, René Jäger), vom NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen (Simone Weyell, Dr. B. von der Stein, Hans-Bernd Nolden) und Birgitta Nesseler-Komp (Mitglied des Rates der Stadt Köln) konnte dazu einige Zusagen erreichen und Vereinbarungen treffen.

Im Verlauf des Gesprächs, an dem vom Sozialdezernat, mit Dezernatsleiter Dr. Harald Rau, die Herren Bernd Lang (Fachreferent) und Josef Ludwig (Amtsleiter Amt für Wohnungswesen) sowie Hans-Jürgen Oster (Flüchtlings-Koordinator der Stadt Köln) teilnahmen, wurde deutlich: Bei den vorgebrachten Themen gab es volles Verständnis. Wichtige Probleme konnten sogar mit dem festen Versprechen verknüpft werden, dass sich die Verantwortlichen in einem fest vereinbarten Zeitabschnitt gekümmert haben wollen.

Erfreulich ist die definitive Zusage, im März 2017 eine umfangreiche Bürger-Information über den vom Rat der Stadt Köln beschlossenen Neubau der Flüchtlingsunterkunft (Systembauweise/Fertigteile) in Roggendorf/Thenhoven durchzuführen. Auch wurde zugesagt, bei der Auswahl der Flüchtlinge – laut Amtsleiter Josef Ludwig 240 Menschen - das soziale Umfeld zu berücksichtigen und vorwiegend Flüchtlingsfamilien dort unterzubringen. Nähere Informationen dazu wird es zeitnah vor der Unterbringung geben.

Den Hinweis auf notwendige und nachhaltige Veränderungen im direkten Umfeld des nahegelegenen S-Bahnhofs Worringen hat Fachreferent Bernd Lang aufgenommen - er wird nach seinen kurzfristigen Recherchen berichten. Und: Die Errichtung der Flüchtlingsunterkunft an der Sinnersdorfer Straßee wird das diesjährige Schützenfest im August in unmittelbarer Nachbarschaft nicht tangieren.

Auch für die Ehrenamtler im “NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen” gibt es gute Nachrichten. Es wird tatsächlich eine Ehrenamtskarte geben mit – wie Hans-Jürgen Oster sagte – „vielen verschiedenen Leistungen“. Weiterhin wird eine professionelle Hilfe für alle Ehrenamtler im Bezirk Chorweiler in Form einer neu zu schaffenden Koordinierungsstelle (Sozialarbeiter) eingerichtet. Die Vorlage wird im März in die Ratsgremien gehen und muss danach im Rat beschlossen werden. Im Worringer Wohnheim für die Geflüchteten werden nach einer kurzfristigen Bestandsaufnahme in den nächsten Monaten die angemahnten Sanierungen durchgeführt. Zur Schaffung eines Dolmetscher-Pools „von Amts wegen“ gibt es derzeit leider keine finanziellen Mittel. Hier muss es bis auf weiteres bei der ehrenamtlichen Hilfe bleiben. Es sollen jedoch zentrale Mittel zur Verfügung gestellt werden, um in besonderen Notfällen helfen zu können.

Das Problem der nach Worringen in private Wohnungen ziehenden Flüchtlinge wurde ebenfalls angesprochen. Denn sie sind auf zielgerichtete und bedarfsgerechte Hilfe in ihrer neuen Umgebung angewiesen. Ein besonderes Augenmerk sollte darauf gerichtet werden, dass sich keine sozialen Brennpunkte in Worringen bilden, wenn viele Geflüchtete in nebeneinander liegenden Privatwohnungen wohnen. Das verhindert erfahrungsgemäß eine notwendige Integration. Es ist zunächst keine Einigung über eine gewünschte Informationskette beim Zuzug von Geflüchteten nach Worringen erzielt worden, weil man derzeit eine direkte Ansprache von Hilfsorganisationen seitens der Flüchtlinge für ausreichend hält (Josef Ludwig: „Machen Sie das NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen bekannt!“). Der Amtsleiter stimmte jedoch zu, dass die Bildung von sozialen Brennpunkten vermieden werden muss.

Dr. Rau selbst schlug vor, den zeitlichen Rahmen für die Bearbeitung der angesprochenen Probleme auf den Frühherbst zu begrenzen. Er bat ausdrücklich um feedback, wenn bis dahin die bis jetzt besprochenen, wesentlichen Fakten nicht zum Positiven verändert wurden. Als Kölner Neubürger nahm Dr. Rau nach einem entsprechenden Hinweis schmunzelnd zur Kenntnis: Trotz der sehr nördlichen Lage ist Worringen ein Stadtteil von Köln!

Die Delegation hat sich fest vorgenommen, die Prozesse und ihre Realisierung zu beobachten und ggf. nachzufassen.


WorringenPur.de/02.03.2017
Bericht:
Hans-Bernd Nolden
Fotomontage: Matschkowski
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski