Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für "Freigängerkatzen"
Ratsbeschluss nimmt Katzenhalter in die Pflicht

In Köln und seinen Stadtteilen hat in den vergangenen Jahren zweifellos die Zahl der freilaufenden und wilden Katzen zugenommen. Viele Hausbesitzer, auch in Worringen, registrieren -und das nicht immer wohlwollend-  dass die Miezen von „nebenan“ nicht nur das eigene, sondern auch das Revier der Nachbarschaft „unsicher“ machen. Hierbei geht es um deren Hinterlassenschaften, aber auch um die Reduzierung der Jungvögel zur Brutzeit, sowie bei den Fischbeständen in den Teichen der Hobbygärtner. So manches Nachbarschaftsverhältnis hat hierunter gelitten, wenn die Nachbarskatze aktiv wird.  Dies, aber in erster Linie das Elend der zahlreichen verwilderten Katzen im Stadtgebiet, hat den Stadtrat im Februar 2018 in der Ratssitzung zum Handeln bewegt.

Der Rat der Stadt Köln hat deshalb den Erlass der Katzenschutzverordnung beschlossen. Durch die Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von Freigängerkatzen soll das Elend frei lebender Katzen langfristig gemindert werden. Tierschützer, Tierheime und Verwaltung versprechen sich von einer solchen Verordnung langfristig eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der frei lebenden Katzen in Köln, einen Rückgang ihrer Population und damit letztlich auch eine Entlastung der Tierheime und privater Tierschutzorganisationen. Im Stadtgebiet werden an 55 Futterstellen täglich ca. 700 freilebende Katzen gefüttert. Fachleute vermuten, dass die Zahl der freilebenden Katzen deutlich höher, bei rund 20.000 liegt. Etwa 80 Prozent müssen tierärztlich versorgt werden. Wie in vielen anderen Kommunen auch, ist aber eine generelle Zunahme der Population zu verzeichnen.

Tierschützer fangen jährlich ca. 1.100 Katzen (800 hiervon sind nicht kastriert) ein, um die unkontrollierte Vermehrung einzudämmen und bei Bedarf Katzen tierärztlich zu versorgen. Die Katzen werden meistens mit speziellen Lebendfallen eingefangen und anschließend tierärztlich untersucht, kastriert und behandelt. Bei zahmen Katzen gelingt die Weitervermittlung oft problemlos. Die restlichen Tiere werden an der Stelle des Einfangens wieder frei gesetzt und von Tierschützern versorgt. Trotz der durchgeführten Kastrationen nimmt die Überpopulation frei lebender Katzen durch eine Vermehrung mit Freigängerkatzen stark zu.
Fast alle an den Futterstellen aufgegriffenen Katzen weisen ansteckende und katzentypische Krankheiten auf, die sich wegen der hohen Vermehrungsrate und der fehlenden tierärztlichen Versorgung schnell verbreiten. Neben dem Befall mit Flöhen und Würmern zählen unter anderem Augenentzündungen, Katzenschnupfen, Milben in den Ohren und Virusinfektionen zu den festgestellten Erkrankungen.
Flyer Katzenschutzverordnung als PDF 
Die neue Katzenschutzverordnung der Stadt Köln verpflichtet Halterinnen und Halter von Freigängerkatzen, diese durch einen Mikrochip oder eine Ohrtätowierung kennzeichnen und gleichzeitig registrieren zu lassen. Fortpflanzungsfähige Katzen dürfen künftig nur dann freien Auslauf haben, wenn sie kastriert sind.

Werden nicht kastrierte Katzen aufgegriffen und kann der Halter ermittelt werden, kann er die Auflage erhalten, seine Katze unfruchtbar machen zu lassen. Zahlreiche Halter aufgegriffener Katzen können wegen deren fehlender Kennzeichnung und Registrierung nicht ermittelt werden. Dann dürfen Verwaltung, Tierheime oder Tierschützer die Kennzeichnung und Registrierung, aber auch bei Bedarf die Kastration- veranlassen. Freilebende Hauskatzen und Freigängerkatzen können von Tierschützern zu diesen Zwecken in Obhut genommen werden. Die Rechtssicherheit für die Tierschützer wurde durch diese neue Verordnung somit geschaffen und legitimiert deren Maßnahmen hierdurch. Nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im einfachen Satz kostet die Kastration eines Katers rund 90 Euro, die einer Katze etwa 150 Euro. Alle Katzenhalter werden mit dieser Verordnung nun endgültig in die Pflicht genommen, sobald der Stubentiger das Haus oder die Wohnung verlässt.
Nur durch diese Kontrolle und Kastrierung freilaufender Katzen wird die sinnlose Vermehrung freilaufender und wilder Katzen verhindert, zumindest aber reduziert werden können. Katzenbesitzer, deren Katzen die heimischen Gefilde verlassen, sollten also unbedingt mit ihrem Tierarzt über die Registrierung und eine Kastration sprechen, sofern dies nicht bereits erfolgt ist. Die Tierärzte handeln dann im Sinne der Katzenverordnung, aber auch der Katzen, um deren Wohl es letztendlich geht.

Weitere, bzw. ergänzende Informationen hierzu sind dem Ratsbeschluss, sowie dem Flyer der Stadt Köln zu diesem Thema zu entnehmen (siehe Dateilinks oben).


WorringenPur.de/06.08.2018
Bericht: Jakob Mildenberg
Quelle: Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski