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Offenlage von Planänderungen, Ergänzungen
 und zusätzlichen Gutachten im Planfeststellungsverfahren

Kölner Norden
Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR (StEB Köln) kümmern sich  um die wasserwirtschaftlichen Aufgaben in Köln. Sie tragen unter anderem die Verantwortung für die baulichen Maßnahmen des konstruktiven Hochwasserschutzes und für den vorbeugenden Hochwasserschutz.

Retentionsraum Köln-Worringen
Die StEB Köln planen im Kölner Norden den Retentionsraum Köln-Worringen. Retentionsräume sind Flächen, die bei Hochwasser überschwemmt werden und den Flüssen den nötigen Raum zum Ausufern geben. Das Projekt in Köln-Worringen ist ein Teil des nationalen Hochwasserschutzprogramms und gleichzeitig der letzte noch offene Baustein im Hochwasserschutzkonzept Köln. Bei Wasserständen von über 11,90 Metern Kölner Pegel droht im Kölner Norden eine unkontrollierte Überströmung der Hochwasserschutzanlagen. Die Wohn- und Industriegebiete sind bei einem solchen seltenen oder extremen Hochwasser von einer Überflutung bedroht. Durch den Einsatz des Retentionsraums kann der Wasserstand um bis zu 17 Zentimeter gesenkt werden. Die Flutung führt auch zu einem Zeitgewinn von bis zu 14 Stunden. Diese Zeitspanne kann für Rettungs- und Evakuierungsmaßnahmen genutzt werden.

Planfeststellungsverfahren
Im April 2016 haben die StEB Köln bei der Bezirksregierung Köln den Antrag auf Planfeststellung gestellt. Seitdem ist die Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde zuständig für die Durchführung des Planfeststellungsverfahrens. Ein Planfeststellungsverfahren ist ein Genehmigungsverfahren für größere Fachplanungen wie z. B. Infrastruktur- oder Hochwasserschutzprojekte.
Im Juni 2016 hat die Bezirksregierung die Planfeststellungsunterlagen für den Retentionsraum Worringen offengelegt und die Träger öffentlicher Belange um Stellungnahme gebeten. Hierzu sind 96 Einwendungsschreiben von privater Seite und 26 Einwendungsschreiben von Trägern öffentlicher Belange eingegangen. Die Bezirksregierung hat die StEB Köln gebeten, sich als sogenannte Vorhabenträgerin zu den Einwendungen zu äußern.
Die StEB Köln haben alle Einwendungen sorgfältig geprüft. Im Ergebnis der Prüfung haben sich einige Planänderungen und -ergänzungen ergeben. Als Beispiel: Es wurden Ersatzpflanzungen benannt, ohne jedoch das Projekt in seinen Grundzügen zu verändern. Zusätzlich haben einige Einwender den Wunsch geäußert, dass die StEB Köln zusätzliche Auswertungen und Gutachten vorlegen.

Dies betrifft im Einzelnen:

  •     Der Wegfall von Alleebäumen an der Neusser Landstraße soll durch Ersatzpflanzungen ausgeglichen werden.
  •     Das Einlassbauwerk wird mit einer zusätzlichen Fischbauchklappe ausgestattet.
  •     Auf der Gemarkung von Fühlingen wird eine zusätzliche Baustelleneinrichtungsfläche benötigt.
  •     Die StEB erbringen eine zusätzliche vergleichende Betrachtung zwischen einer „natürlichen“ Überflutung des Worringer Bruchs bei
        einem seltenen Hochwasser und einer kontrollierten Flutung des Retentionsraums.
  •     Die StEB erstellen eine zusätzliche Grundwasseruntersuchung mit veränderten Rahmenbedingungen.
  •     Das Ersatzbiotop für den Kammmolch am Blumenbergsweg wird angepasst.
  •     Für die Deichüberfahrten der Neusser Landstraße Süd und der Alten Römerstraße werden Schallschutzgutachten erbracht. Hierfür
        wird auch eine neue Verkehrszählung durchgeführt, da sich mit der Verlängerung der Industriestraße (Ortsumgehung Fühlingen)
        möglicherweise geänderte Verkehrsströme ergeben haben.

Die zusätzlichen Unterlagen ermöglichen der Bezirksregierung die Belange aller Beteiligten fundiert abzuwägen. Die Bezirksregierung hat den StEB Köln mitgeteilt, dass die Planänderungen und -ergänzungen sowie die zusätzlichen Auswertungen und Gutachten nochmals offengelegt werden müssen. Dies wird erforderlich, weil sich auch durch geringfügige Änderungen der Kreis der Betroffenen oder der Umfang der Betroffenheiten ändern kann. Betroffene Privatpersonen und Träger öffentlicher Belange erhalten im Rahmen der erneuten Offenlage die Gelegenheit, eine Einwendung an die Bezirksregierung zu richten. Die Offenlage ist für die zweite Jahreshälfte 2017 vorgesehen.
Die Einwendungen aus der erneuten Offenlage sollen mit den Einwendungen aus der ersten Offenlage in einem gemeinsamen Termin erörtert werden. Dieser Termin wird voraussichtlich im Jahr 2018 stattfinden.

Die StEB Köln bieten erneut den Service an, zusätzlich alle Unterlagen im Informationsbüro im Hackhauser Weg in Köln-Worringen einzusehen. Die Offenlage wird rechtzeitig von der Bezirksregierung Köln bekanntgegeben.

Lesen Sie hierzu auch die vorausgegangenen Berichte auf WorringenPur.de hier!


WorringenPur.de/13.03.2017
Pressemitteilung der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski